Rationsgestaltung

WAS IST GESUND FÜR MEIN PFERD?

Die Entscheidung über die richtige Ernährung des Pferdes liegt beim Pferdehalter. Dabei gilt es stets das richtige Futtermittel einzusetzen, um die geforderte Leistung vom Pferd abzuverlangen. Hier ist also maßgebend was der Mensch für richtig hält, wie auch sein Kenntnisstand über die Eignung und Qualität von verschiedenen Futtermitteln, die als Nahrung für Pferde Verwendung finden.

Was für Menschen gesund ist, ist aber nicht unbedingt für Pferde gesund. Die Futtermittelpyramide hilft, um die richtige Entscheidung zu treffen. Unabhängig von Leistung, Alter und Körpergrösse, gesunde Ernährung fängt immer von unten an!

DER ZUCKEREFFEKT

Die Fütterung zuckerhaltiger Kraftfutter (Futter basierend auf Hafer, Gerste, Mais, Weizen, Reis mit dem Hauptbestandteil Stärke (was zu Zucker abgebaut wird) bewirkt Verhaltensänderungen. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort, dass jemanden „der Hafer sticht“, wenn er besonderes übermütig ist. Dies ist nicht sonderlich erstaunlich, denn Getreidekörner bewirken eine mehr oder weniger ausgeprägte Insulinreaktion nach der Nahrungsaufnahme, welche den Zuckerstoffwechsel im Gehirn verändert und zu Verhaltensänderungen führen kann.

Diese Reaktion ist bei Hafer stärker ausgeprägt als bei Gerste und Mais, obwohl diese mehr Zucker beinhalten als Hafer. Der Grund ist wahrscheinlich, dass Hafer am besten verdaut wird (80-95% je nach Qualität), Mais kommt an zweite Stelle (29-90% je nach Behandlung) und Gerste an letzter Stelle (22-75% je nach Behandlung). Nach bisherigen Untersuchungen lässt sich eine vermehrte spontane Bewegungslust durch stärkehaltige Kraftfutter induzieren. Diese geht allerdings auf Kosten einer reduzierten Stresstoleranz, vermehrte Ängstlichkeit aber auch mehr Selbstbehauptungsverhalten unter dem Reiter.

Zudem ist Zucker eine Droge. Natürlich nicht offiziell, denn dann dürfte er nicht mehr bei unseren Futtermitteln verwendet werden. Zucker aktiviert aber das Belohnungssystem im Gehirn und bewirkt, dass bestimmte Botenstoffe freigesetzt werden, die für Wohlbefinden sorgen. Das Pferd steht genau so wie der Mensch auf Belohnungen für sein Wohlbefinden, sodass das Pferd immer zuckerhaltige Mischfutter sehr gerne fressen wird.

CAVAPRO hat einen vergleichbar niedrigen Stärke und Zuckergehalt, um Gesundheit, Konzentration und Leistung zu fördern. Der Belohnungseffekt im Gehirn wird dementsprechend aber auch schwach ausfallen. Dass das Futter nach der Entwöhnung von stärke- und zuckerhaltigen Futtermitten nicht mehr so gerne gefressen wird, kann vorkommen. Die Lösung ist dann nicht wieder Zucker und Stärke zu füttern, sondern über eine Woche konsequent eine gesunde Fütterung weiter zu führen – wenn Kinder immer Eis und Süßigkeiten erhalten, werden sie auch Gemüse und Obst liegen lassen. Wenn die Kinder hungrig genug sind, werden auch die Karotten gegessen.

WIE SCHWER IST MEIN PFERD?

Eine Gewichtsermittlung ist sehr wichtig, um den Nährstoffbedarf Ihres Pferdes möglichst genau ermitteln zu können. Zur Gewichtsermittlung benötigen wir die Länge des Brustumfanges und der Körperlänge. Körpergewicht mit einer Genauigkeit von ± 5 % errechnet.

Carrol und P. Huntington: Body Condition scoring and weight estimates of Horses, London 1988, Equine Veterinary Journal 20 (1), 21-45

Körpergewicht (kg) = Brustumfang (cm) x Brustumfang (cm) x Körperlänge (cm)/11877